Seniorenbeirat - Beschreibung

Der Seniorenbeirat, seine Vertreter, seine Neutralität.

Die Satzungen sagen zu Recht, schreiben zu Recht fest: die Seniorenvertretung ist in jeglicher Hinsicht neutral! Und damit beginnt für manche ein Zwiespalt, beginnt ein Problem. Was ist eigentlich neutral? Um gleich eine Klarstellung zu betonen: Neutral heisst nicht auch gleichzeitig abstinent. Gerade bei den zumeist ehrenamtlich tätigen Personen ist oft eine kommunalpolitische Tätigkeit vorausgegangen, oder wird noch zeitgleich mit einer Position in der Seniorenarbeit ausgeübt. Auch ich musste mir die Frage gefallen lassen, "sie sind doch politisch gebunden wie können sie dann neutral sein". Aber das Eine schließt doch das Andere nicht aus. Selbstverständlich machen wir Seniorenpolitik und sind in dieser Eigenschaft nicht unpolitisch. Hier wird manchmal Parteipolitik mit Seniorenpolitik, oft auch wider besseren Wissens, miteinander verschmolzen. Allerdings liegt es an den Mandatsträgern selbst die satzungsgemäßen Spielregeln einzuhalten. Denn- innerhalb der Gemeinschaft der Seniorinnen und Senioren muss sich jeder, gleich welcher Überzeugung er ist, zu Hause fühlen Eine Bevorzugung oder Benachteiligung wegen seines politischen oder weltanschaulichen Standpunktes darf es nicht geben. Meine Antwort damals war: "Erwarten sie jetzt noch, dass ich auch meine Religionszugehörigkeit aufgebe". Ende der Diskussion! Es sind doch oft Menschen mit einer grossen Erfahrung, auch im politischen Bereich gesammelt, die sich für die Seniorenarbeit zur Verfügung stellen und eigentlich auch stellen sollten.

Neutralität bedeutet natürlich auch die innere Bereitschaft Grenzen unterschiedlicher Auffassungen oder Vorurteile gegenüber dem "Anderen" dem "Fremden" in allen Bereichen des täglichen Lebens zu überwinden und offen aufeinander zuzugehen. Das heisst: Ein verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Überzeugung aber auch, sollte es notwendig sein, dem Hinweis und der Bitte an die Gegenseite sie möge genauso das offene neutrale Gespräch führen.

Medium Wissen und Wollen. Um der Sache zu dienen, setzt es die Fähigkeit des Abwägens, das Erfassen einer Situation und die Behutsamkeit gepaart mit der Erkenntnis, dass manches zwar wünschenswert, aber zumindest nicht direkt zu verwirklichen ist, voraus. Die Hauruck-Methode nach dem Motto "hoppla jetzt kommen wir' schürt Emotionen, die nur schwer wieder eingedämmt werden können. Vor allem bei der (vermeintlichen) politischen Konkurrenz kann es zu Abwehrreaktionen kommen die das Ganze in Frage stellen kann.

Neutralität soll ja auch die Möglichkeit eröffnen, dass sich alle oder wenigstens die große Mehrheit mit einem Ergebnis zum Schluss einer Diskussion identifizieren kann.

Deshalb ist im Gespräch bleiben- ins Gespräch kommen. eine Schlüsselstelle die eigene Neutralität voraussetzt. Ich habe anderswo schon die Auffassung vertreten und tue es hier bewusst wieder: Nur wenn der oder die Gesprächspartner überzeugt sind, dass der auf der anderen Seite des Tisches verlässlich ist, dann hat die Neutralität eine Chance! Sonst bekommen alle Begegnungen den Touch der politischen Einseitigkeit und ein geplantes offenes Gespräch mündet sehr schnell in politisches Taktieren. Unter solchen Voraussetzungen ist Vertrauen schaffen, oder der Aufbau einer Lobby nicht gut möglich. Selbstverständlich brauchen sie ihre politische Überzeugung nicht unter den Teppich zu kehren. Sie sollten, und das ist auch ein Teil von Ehrlichkeit, wenn es angezeigt ist ihre Partner offen und ohne Wenn und Aber sagen wo ihre politische Heimat ist.

Nur- Aussprachen daran festzumachen, ob der oder die Gesprächspartner in das eigene politisches Schema passen, ist kleinkariert und der Erfindung des Abendlandes, nämlich die der demokratischen Staatsform, unwürdig. Und nebenbei bemerkt, soviel haben wir Abendländer auch nicht erschaffen. Das Papiergeld ja, aber auch heilige Kriege (Motto "Deus so volt- Gott will es")und Massenvernichtungswaffen. Also pflegen wir unsere nicht allzu vielen positiven Errungenschaften.

Einflüsse von außen die die Neutralität in Frage stellen können.

Da ist zum einen die Mitsprache namentlich großer Organisationen deren Vertreter manches mal mit so einem Sendungsbewusstsein herumlaufen und überall andere glauben machen wollen, sie hätten die Wahrheit und das Recht gepachtet.

Gerade hier muss die Neutralität und ich meine nicht nur die politische Neutralität, sondern auch die Unabhängigkeit in anderen Bereichen gewahrt werden. Eine neutrale Organisation muss in ihren Entscheidungen frei und ungebunden sein, sonst ist die Satzung mit dem Neutralitätsgebot eine hohle Worthülse, die von aussen betrachtet nicht einmal das Papier wert ist auf dem sie geschrieben steht.

Für die verantwortlich Handelten ist dies Chance und Risiko zugleich. Die Chance mit allen gesellschaftlichen Gruppen ins Gespräch zu kommen und bei entsprechendem Verhalten auch zu bleiben. Dies bedeutet ohne Scheu und Hintergedanken miteinander also mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften zu reden. Hier sollte man es sich nicht unnötig schwer machen.

Das Risiko, dass Neutralität von irgendwelchen Personen für ihre eigenen Zwecke missbraucht wird und bei manchen aussenstehenden Strategen der Vorwurf kommt für das eigene Klientel nicht genug zu tun, mit diesem Risiko muss man leben.. Auch das soll nicht verschwiegen werden.

Zusammengefasst: Es ist richtig, dass das Neutralitätsgebot in den Satzungen verankert ist. Neutralität aber auch in jeder Beziehung. Spielregeln der Politik kritiklos zu übernehmen ist ein gefährliches einseitiges Unterfangen. Die eigene Redegewandtheit und zur schaugestellte Souveränität wirkt nicht immer überlegen, sondern mitunter auch abschreckend. Diese "Masche" sollte man größtenteils dort lassen wo sie hingehört, in die politischen Gremien! Neutralität muss daher auch nach innen gewährleistet sein. Wenn wir uns im Seniorenbeirat treffen, dann engagieren wir uns für die ältere Generation- Und stehen, wie schon erwähnt, einer Zusammenarbeit mit allen Gruppen offen gegenüber. Jeder, der in einem Seniorenbeirat mit wirkt muss eine positive Erfüllung und damit ein Stück Lebensqualität finden. Sonst gehen uns die Leute aus, oder es wird doch noch einseitig, bei allen Lippenbekenntnissen pro Neutralität.

 

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